Montag, 20. Juli 2026

Globale Aktienmärkte im Aufwind: Strategen sehen Potenzial für Rotation in Zyklika

15. Juni 2026
Globale Aktienmärkte im Aufwind: Strategen sehen Potenzial für Rotation in Zyklika
Globale Aktienmärkte im Aufwind: Strategen sehen Potenzial für Rotation in Zyklika

Die internationalen Aktienmärkte verzeichnen seit dem heutigen Morgen kräftige Gewinne. Im Hintergrund steht eine angekündigte Einigung zwischen den USA und dem Iran, die am Ende dieser Woche in der Schweiz unterzeichnet werden soll – wobei deren Stabilität noch fraglich erscheint. Dennoch setzen Investoren darauf, dass dies ein bedeutender Schritt zu dauerhaftem Frieden darstellt. Die Aussicht auf sinkende Energiepreise und nachlassende Inflationsdruck kommt Unternehmen und Konsumenten zugute und stützt damit auch die Aktienkurse. Morgan Stanley analysiert gegenwärtig, welche Faktoren die Aufwärtsbewegung weiter vorantreiben könnten.

Rotation in konjunkturabhängige Sektoren als Wachstumsmotor

Nach Einschätzung der Morgan-Stanley-Analysten um Michael Wilson könnten US-Aktien von einer Umschichtung in zyklische Branchen profitieren, die während der Spannungen zurückgeblieben sind. Das Team verweist auf Berichte über intensiveren Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sowie darauf, dass sich die Belastung durch Zinsen, Rohölpreise und Dollarkurs abschwächen könnte. Ein solches Szenario könnte dazu führen, dass unterbewertete Werte an Bedeutung gewinnen – gegenüber dem bisherigen Fokus auf hochgewinnträchtige Technologieunternehmen, wie die Strategen gegenüber Bloomberg erklären.

Wilson bekräftigt seine konstruktive Sicht auf untergewichtete zyklische Bereiche wie Konsumgüter, Logistik und Regionalbanken. Trotz ihrer jüngsten Outperformance gegenüber dem S&P 500 herrsche bei diesen Segmenten noch immer „pessimistische und zurückhaltende" Stimmung vor, merkt er an.

Die Hoffnungen auf ein stabiles Abkommen zwischen USA und Iran haben die Risikobereitschaft der letzten Tage gestärkt – der S&P 500 notiert nur noch etwa 2 % unter seinem Allzeithoch. Die Analysten setzen auf neue Impulse für eine weltweite Aktienmärkte-Rally, auch in Europa, wo zyklische Sektoren stark verankert sind. Niedrigere Energiekosten würden Inflationsrisiken begrenzen und damit den Druck auf die Federal Reserve verringern, mit Zinsanhebungen zu reagieren.

Wilson beurteilt den jüngsten Rückgang bei amerikanischen Aktien, angeführt von Halbleiterpapieren, als Folge nachlassender Gewinnmomentum statt fundamentaler Schwäche. Solche Korrektionen kämen in Bullenmärkten nach Phasen starker Anstiege regelmäßig vor. „Obwohl wir in den kommenden Wochen möglicherweise noch etwas mehr Volatilität erleben, bleibt unser Vertrauen in den gegenwärtigen Bullenmarkt unerschüttert", so Wilson.

Weitere Stimmen aus der Strategenszene

Mislav Matejka, Chefaktienstratege bei JPMorgan, teilt diese optimistische Bewertung und erklärt, die Rotation in zyklische Werte sei bis Jahresende „gut positioniert, um sich als erfolgreiche Strategie zu bewähren" – vorausgesetzt, die geopolitischen Spannungen nehmen ab und Gewinne sowie Inflation bleiben moderat.

Bei der Deutschen Bank beendet Maximilian Uleer, Leiter der europäischen Aktienstrategie, eine Position, in der er amerikanische Aktien gegenüber europäischen bevorzugt hatte. Grund ist die Einschätzung, dass zentrale Treiber der US-Outperformance – technologische Überlegenheit und stärkeres Gewinnwachstum – an Kraft verlieren könnten.

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