Katar plant schnelle Rückkehr zur LNG-Produktion nach Reparaturen

Sollte es am Freitag zwischen dem Iran und den USA zu einer Einigung kommen, die die Straße von Hormus wieder passierbar macht, könnte Katar schnell reagieren. Das Emirat war vor Kriegsausbruch mit knapp einem Fünftel der weltweiten Flüssigerdgas-Exporte ein Eckpfeiler der globalen Energieversorgung. Iranische Raketenangriffe beschädigten jedoch bedeutende Teile der Produktionsinfrastruktur. In den vergangenen Monaten hat Katar nach Informationen von Marktteilnehmern jedoch intensive Reparaturen und Wartungsarbeiten vorangetrieben.
Durchgesickerte Berichte deuten darauf hin, dass erhebliche Produktionskapazitäten rasch wieder hochgefahren werden können. Der internationale Energiemarkt sucht derzeit dringend nach Ersatzquellen für katarisches Gas und weicht teilweise auf Kohle aus. Eine schnelle Wiederaufnahme der LNG-Exporte durch die Meerenge könnte zu einer Entspannung der Gaspreise führen und damit auch die Verbraucherpreise und Inflationsdynamik positiv beeinflussen.
Ehrgeiziger Wiederaufbauplan
Laut mit den Plänen vertrauten Personen plant QatarEnergy, der Betreiber der nationalen LNG-Anlagen, die Exportkapazität in beeindruckender Geschwindigkeit zu reaktivieren. Kunden wurden informiert, dass das Unternehmen etwa einen Monat nach Wiederherstellung der sicheren Passage durch die Meerenge mit einer Auslastung von rund 50 Prozent rechnet. Nach zwei Monaten soll die Produktion auf etwa 80 Prozent der Gesamtkapazität ansteigen. Die verbleibenden Produktionsstränge – zwei Linien – werden nach Angaben dieser Quellen Jahre zur vollständigen Reparatur benötigen, nachdem sie im März durch iranische Anschläge zerstört wurden. QatarEnergy äußerte sich zu den Plänen bislang nicht.
Großanlage war monatelang offline
Der Ras-Laffan-Komplex, die weltweit größte LNG-Produktionsstätte, wurde in der ersten Kriegswoche nach dem iranischen Angriff geschlossen. Dies führte zu massiven Lieferausfällen und beschädigte Katars lange etablierten Ruf als verlässlicher Energielieferant. Die Anlage, die im Vorjahr fast ein Fünftel der globalen LNG-Exporte ausmachte, stand über drei Monate lang praktisch still, da die faktische Sperrung der Straße von Hormus den Transport großer Gasmengen erheblich behinderte.
Seit April 2026 hat Katar die Voraussetzungen für eine zügige Inbetriebnahme geschaffen. QatarEnergy führte umfangreiche Tests durch und führte erforderliche Wartungen durch. Mehrere Produktionsstränge laufen gegenwärtig mit reduzierter Auslastung, um Lieferungen an benachbarte Länder zu gewährleisten und gleichzeitig Kapazitäten für eine rasche Hochfahrung bereitzuhalten. Die geplante Rückkehr zur halben Produktion innerhalb eines Monats überrascht Marktanalysten und Händler positiv, die mit einem langsameren Zeitrahmen gerechnet hatten.
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